Sonntag, 13. Dezember 2015

[Rezension] Die 7 Abschiedsbriefe des Mr. Pomeroy (Private Eye)

Zur SPIEL, wenn ich das richtig im Kopf habe, erschien wieder das obligatorische Abenteuer für PRIVATE EYE mit dem absolut vielversprechenden Titel "Die 7 Abschiedsbriefe des Mr. Pomeroy". Die charmanten Damen der Redaktion Phantastik haben es mir dankenswerterweise zur gepflegten Besprechung vorbeigeschickt!

Das Cover - (Co) Redaktion Phantastik
Produkt: Die 7 Abschiedsbriefe des Mr. Pomeroy
System: Private Eye
Autor: Oliver Quick
Aufmachung: Softcover, A4, 48 Seiten
Erscheinungsjahr: 2015
Preis: 12,95
ISBN: 978-3-00-049694-3

Gestaltung
Für das Cover ist halt Manfred Escher verantwortlich, da kann ich nicht meckern. Ich finde persönlich, dass die vielen Elemente, die auf Cover und Backcover zu finden sind, toll zum Abenteuer passen, aber schon einen Tacken zu viel verraten, wenn die Spieler sich das Teil zu genau ansehen.
Auch innen ist alles wie gehabt - ausgezeichnet recherchiert, gut aufbereitet, übersichtlich gelayoutet und exzellent lektoriert. Da gibt es wirklich nichts Handwerkliches dran auszusetzen.

Inhalt
Puh! Diese Besprechung wird absolut schwer, da ich hier wirklich niemanden spoilern will - auch der kleinste Hinweis meinerseits auf die Handlung könnte hier schon Hinweise geben, die sich der geneigte Investigator sicher lieber hart erarbeitet.

Bleibt mir also kurz die Ausgangssituation zu schildern und dann auf die Mechanik und die Präsentation einzugehen...

Okay, der "unglückliche" Mr. Pomeroy baumelt also vom Tor seines Anwesens in Devon, in der Tasche einen Abschiedsbrief. Ein klarer Fall von Selbstmord. Aber selbst der Dorf-Konstabler PC Hopkins merkt schnell, dass etwas nicht stimmt, als noch 6 weitere Abschiedsbriefe auftauchen und zudem im Zimmer des Toten ein stadtbekannter Trunkenbold herumliegt und so werden ein paar Profi-Ermittler vom Yard (die Charaktere) auf den kniffligen Fall losgelassen!

Okay. Mehr kann und will ich nicht verraten, aber ich kann hier immerhin zusammentragen, inwiefern der Spielleiter bei seiner schwierigen Aufgabe unterstützt wird, dieses absolut vielschichtige Abenteuer zu leiten:
- Zuerst wird die Hintergrundgeschichte geschildert (Ja, auch die spielt eine Rolle!).
- Dann gibt es eine zusammenfassende Zeitleiste über das Leben von Edward Pomeroy.
- Im Anschluss findet sich ein Protokoll des Tathergangs
- Nun wird der Einstieg für die Charaktere geschildert 
- und ein Überblick über die Familie Pomeroy gegeben.
- Mit Karten und Texten wird jeder WInkel des Herrenhauses beschrieben (inklusive zu findender Spuren).
- Ein kurzer Einblick in das Dorf Berry Pomeroy wird gewährt
- und einer in die benachbarte Stadt Totnes.
- Anschließend gibt es Infos, was beim Gerichtsmediziner und was in London zu erfahren ist.
- Jetzt erst gibt es genauere Informationen zur Handlung.
- Dann werden alle Personen mit Foto, Aussehen, Persönlichkeit und Verhalten vorgestellt.
- Kurz vor Schluss gibt es eine Zusammenfassung der Ressourcen: mit einer Übersicht der Personen, Aussagen und Alibis.
- Es folgt eine Übersicht über Hinweise und Spuren.
- In Materialien und Handouts gibt es alle 7 Abschiedsbriefe, Fahrpläne, Abbildungen von Plaketten und zu finden Briefen...
- Den Abschluss bilden erneut Karten des Herrenhauses sowie eine R-Map, in der alle Beziehungen der handelnden Personen schematisch dargestellt werden.

Ganz im Ernst: Das ist alles in der Präsentation absolut vorbildlich und es gelingt, einen sehr abstrusen und in die Tiefe gehenden Mordfall so aufzubereiten, dass man sich als Spielleiter sowohl gut auf ihn vorbereiten kann, als auch in der Hitze des Gefechts die wichtigsten Informationen schnell zur Hand hat. Es scheint mir auch so zu sein, dass es an jeder Stelle ausreichend Hinweise und Spuren gibt, um sich der Lösung von mehreren Seiten zu nähern und nicht wegen einer verbockten Probe für die nächsten Äonen auf der Stelle zu treten - in meinen Augen die wichtigste Voraussetzung eines solchen Krimi-Abenteuers.

Fazit
Ein fast perfektes Teil! Mein einziger Kritikpunkt ist die schwere Zugänglichkeit. Man muss wirklich alles sehr gründlich lesen, um hier als Spielleiter den Überblick zu behalten und ich bin da glaube ich selber nicht gut genug, um anschließend alle handelnden NSC so gut darzustellen, dass sie nicht zu verdächtig oder zu wenig verdächtig, zu nett oder zu böse, zu langweilig oder zu aufregend sind. Sprich: Ich fürchte ich könnte dieses Abenteuer nicht so leiten, dass alle Beteiligten Spaß hätten.
ABER! Seien wir ehrlich! Private Eye ist ein absolutes Nischenprodukt und diejenigen, die sich das Teil kaufen, um es zu leiten, werden es sicher mehr draufhaben als ich! Außerdem gibt sich das Abenteuer alle Mühe, um die krasse Handlung mit allen Akteuren gut vorzustellen und sinnvoll darzustellen.
In Kombination mit dem coolen und absolut vielversprechenden Titel kann ich da nur zur Höchstnote greifen und mich auf das alljährliche Abenteuer des Jahres 2016 freuen!

Bewertung
5 von 5 Abschiedsbriefe des Mr. Mehlem

Keine Kommentare: