Samstag, 24. Januar 2015

[Rezension] Joe Haldeman - Soldierboy (Roman - Mantikore Verlag)

Herrje. Ich werde einfach nicht jünger. Ich habe den aktuellen Mantikore-Roman gelesen und in meinem
Unterbewusstsein rumorte es ständig: "So was Ähnliches hast du schon gelesen - vielleicht genau diesen Roman! Aber wo? Wann? Ach was! Du musst dich irren!!
Aber nein, ich hatte Recht und kannte den Roman schon, denn ich empfand ihn schon beim Lesen des fetten Dreierbandes "Der ewige Krieg" als das Highlight des Sammelbandes, nur hieß die Geschichte da "Der ewige Frieden". Aber sei es wie es sei, das Teil ist so gut, das ich ihn einfach nochmal verschlungen habe...

Titel: Soldierboy
Autor: Joe Haldeman
Übersetzung: Verena Hacker
Art: Roman
Verlag: Mantikore
Format: Taschenbuch, broschiert, 560 Seiten
ISBN: 978-3-939212-57-7
Preis: 12,95€
Link: Manti-Shop

Gestaltung
Ich kann es nur immer wieder schreiben - die Mantikoristen können Umschläge mittlerweile echt gut - auch im Inneren ist das Layout sauber und in seiner Aufgeräumtheit gut lesbar und die Zahl "echter Fehler", die dem Korrektorat durchgeflutscht sind, befindet sich im einstelligen Bereich.

Inhalt
Wir haben es hier nicht direkt mit einem Nachfolgeband zu "Der ewige Krieg" zu tun, sondern es handelt sich nur um ein loses Fortführen der Grundideen...
Also gut: Die Welt ist in zwei Gruppierungen zersplittert, die einen unbarmherzigen Krieg führen. Im Grunde genommen ein Weiterdenken des Nord-Süd-Konfliktes. Der Held des Romans kämpft auf Seiten des reichen hoch technisierten Nordens und ist Teilzeit-Unidozent und Teilzeit-„Soldierboy“-Lenker, denn der Großteil des Krieges wird von Seiten der Reichen mit Kriegsrobotern geführt, die jeweils in Zehnerteams von per Buchse zusammengekoppelten Operatoren gelenkt werden.
Ein klandestiner (Ha! Das Wort wollte ich schon immer mal verwenden) Kreis um den Helden Julian und seine Freundin Amelia herum stellt fest, dass Menschen, die über längere Zeit hinweg so miteinander verkabelt sind, automatisch zu Pazifisten werden und entwickeln einen Plan, wie man die gesamte Menschheit zu einer miteinander in Frieden lebenden Zivilisation umwandeln kann. Natürlich kann auch das nicht ganz ohne Gewalt und Verluste abgehen – gerade dieses Gedankenexperiment ist hoch interessant mitzuverfolgen und regt zum Nachdenken an - auch noch im Jahr 2015.
Was mir dann aber leider zu kurz kommt, ist die Schilderung der Geschehnisse nach dem Staatsstreich – ich finde dazu hätte man noch einen kompletten Roman schreiben können, da geht dann nach langer Vorbereitungszeit alles hoppladihopp. 

Fazit
Tolles Ding! Action, fortschrittliche Technik und jede Menge sozialethischer Fragen, für mich persönlich das bisherige Haldeman-Highlight.
Und wer sich nicht den fetten Sammelband leisten will und hier den Folgeroman auf "Der ewige Krieg"  in größer und übersichtlicher gelayoutet haben will, sollte direkt zuschlagen!

Bewertung
4,5 von 5 Soldierboys

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Ging mir mit dem dejavue genauso. Allerdings habe ich dann vor dem Kauf doch noch gemerkt, dass ich genau diesen Roman schon mal gelesen hatte.
Auch hier widmet sich Haldeman wieder gekonnt den Themen Krieg und Frieden.