Dienstag, 14. Mai 2013

Splittermond - Ein "Interview"



Nach langem Umzug ist es wieder an der Zeit, mit der Seifenkiste neu durchzustarten - da passt es ausgesprochen gut, dass die Redakteure Chris Gosse und Jan Ulrich Lindner sowie Oberzampano Patric Götz mir ausführlich auf meine Splittermond-Fragen geantwortet haben und ich die Antworten just per Mail in mein neues "Büro" erhielt.

... und macht euch keine Sorgen, ich habe dank des Tanelorn-Chats schon ein paar old-schoolige Sachen auf der Pfanne, die hier in Zukunft erscheinen werden.


Splittermond – Fragen an die Macher

1. Beschreibe bitte „Splittermond“ in 5 Worten.
Chris: Magie, Mondpfade, Entdeckung, Monster, Abenteuer

2. Und nun die Fortgeschrittenen-Variante. Gib mir doch mal den „Elevator-Pitch“ und überzeuge mich in 15 Sekunden davon, gerade Splittermond aus dem Regal zu reißen.
Uli: Splittermond bietet ein komplexes und dennoch eingängiges Regelwerk und vor allem eine liebevoll gestaltete und vielfältige Welt, in der du Abenteuer aller Art erleben kannst. Es ist klassische Fantasy, diese aber auf hohem Niveau. Du willst Orks in der Blutgrasweite verkloppen? Du willst dich in den Verheerten Landen durch Drachling-Dungeons wühlen? Du willst den Ehrenkodex der Schwertalben kennenlernen oder Intrigen am dekadenten Hof von Patalis erleben? Oder doch lieber durch die weite Surmarkar-Wüste ziehen und dich mit den Wüstenvargen messen? Die Gassen von Ioria und des Mertalischen Städtebundes erkunden oder doch lieber die weiten Frostlande erforschen? All das kannst du in Splittermond – und meist liegen solche Abenteuer nur eine Mondpfadreise entfernt!

3. Ihr habt Redakteure für System und Redakteure für die Welt. Wie schafft ihr es, ein genau auf eure Welt abgepasstes System zu bekommen? Besteht nicht die Gefahr, dass die beiden Gewerke aneinander vorbei arbeiten?
Chris: Wir sprechen miteinander. Auf diese Weise ist zum Beispiel auch das verbindende Element, die Mondsplitter, entstanden. Es ist ein Element der Spielwelt, etwas für Mythologie und Volksglauben, gleichzeitig stecken aber auch knallharte Regeln dahinter. Und wenn irgendwer ankommt und sagt: "Ich hätte gerne Alben, die weise sind, geschickt, besser zaubern können als alle anderen, bombastisch aussehen und uralt werden", dann sag ich ihm: "und ich hätte gerne ein Pony."
Uli: Kommunikation ist ihr in der Tat das Mittel der Wahl. Wir kennen uns ja alle seit Jahren und haben schon viel zusammengearbeitet, da klappen die nötigen Absprachen ganz von selbst. Es ist halt keine One-Man-Show, das ist jedem Beteiligten natürlich klar.

4. Welche verschiedenen Arten von Publikationen wird es überhaupt geben? Wird die Welt im Regelwerk beschrieben, gibt es Quellenbände, wächst die Welt in den Abenteuern…?
Patric: Das Grundregelwerk wird sowohl die wichtigste Basis für alle Regeln sein wie auch bereits eine erste Fokusregion zum Spiel vorstellen. Mit dem Weltbuch wird der Hintergrund im Ganzen vorgestellt. Erweiterungen sowohl zur Welt als auch zu den Regeln sind geplant, vermutlich auch so etwas wie ein Monsterbuch. Auch Abenteuer wird es in groß und in klein geben, als Sammelband oder als Kampagne.
Die Publikationsbandbreite soll einerseits ermöglichen, sich intensiv mit Splittermond auseinanderzusetzen, andererseits aber auch den Spielleitern viel Vorarbeit abzunehmen und sie so zu entlasten.

5. Der Begriff „Metaplot“ ist ja schon sehr früh gefallen. Wie kann ich mir den bei Splittermond vorstellen?
Uli: Auf jeden Fall nicht als allumfassenden Plot für die ganze Welt, der einen ständig begleitet. Unsere fortlaufende Geschichte wird eher schlaglichtartig Akzente setzen und dient vor allem dazu, Abenteuer und Kampagnen vorzubereiten und zu begleiten. Die Welt soll atmen und als Spieler soll man da dran teilhaben und mitgestalten können. Keineswegs soll es eine reine Seifenoper werden, die Ereignisse nur als Selbstzweck fortschreibt. Alles, was auf der Welt passiert soll auch Relevanz für den Spieltisch haben, etwa indem Settings fortentwickelt oder Abenteueransätze geliefert werden.
Das Medium der Wahl werden dabei Abenteuer sein, aber auch News auf der Website, die wir dann regelmäßig als kostenlose PDF-Dokumente sammeln wollen. Ob es auch eine Zeitschrift oder so etwas geben wird, steht derzeit noch nicht fest.

6. Die Fans welcher 3 Systeme (mal abgesehen von DSA, das wohl jedem direkt im Hinterkopf rumspukt) werden sich am wildesten auf Splittermond stürzen?
Chris: Wir werden als System natürlich mit den anderen Mainstream-Fantasyspielen konkurrieren (wenn das als Newcomer überhaupt möglich ist, sich mit solchen Urgesteinen wie D&D, DSA oder Midgard zu messen). Interessieren könnten sich meiner Meinung nach aber auch gerade die Spieler für Splittermond, die vielleicht schon seit Jahren keine Fantasy mehr gespielt haben, sondern sich anderen Systemen und Genres zugewendet haben. Für sie ist Splittermond die Chance, eine Rückkehr in die Fantasy mit einem neuen System vom Start weg zu wagen. Und natürlich ist ein System wie Splittermond eine ideale Ergänzung für jeden Labyrinth-Lord-Spieler, der ein abenteuerliches modernes Zweitsystem sucht!

7. Ich interessiere mich persönlich ja immer besonders für Abenteuer, da ich in ihnen die Welt lebendiger erlebe als in Quellenbänden. Gibt es schon Infos zu den Abenteuern? Wird es Einsteiger-Abenteuer geben, politische Abenteuer, Dungeon-Abenteuer, immer her mit Informationsschnippseln…
Uli: Alles davon. :-) Abenteuer sind ja gerade für neue Spiele enorm wichtig, daher wollen wir da einiges liefern. Direkt zur Messe sollen die ersten zwei Abenteuer kommen, eines davon (geschrieben von Tobias Hamelmann) ein dezidiertes Einsteiger-Abenteuer, das auch die Geschehnisse aus dem Schnellstarter-Abenteuer aufgreift. Das zweite Abenteuer wird von Stefan Unteregger geschrieben und lässt einen unter anderem einen Blick auf die Metropole Ioria werfen. Hier ist Platz für Intrigen und Mystik. Danach sind schon weitere Bände in Planung oder Arbeit, insgesamt wollen wir aber diverse Spielstile bedienen.
Das ist schließlich auch eine Stärke des Mainstream-Ansatzes und der Welt Lorakis: Du hast Platz für verschiedenste Settings, die wiederum alle möglichen Arten von Abenteuern ermöglichen. Ich selbst hab auch schon ein paar Ideen in der Schublade und werde sicherlich auch ein paar Abenteuer zu Splittermond beisteuern. :-)

8. Gäbe es in der Welt Raum für eine sandboxartige Kampagne? Sprich: Nur die Rahmenbedingungen werden geschildert und die Charaktere können sich frei bewegen und frei agieren.
Uli: Na klar, was sollte dagegen sprechen? Lorakis ist riesig, da gibt es genug Regionen, in denen so etwas problemlos stattfinden kann.

9. Mittlerweile kann man im Netz erste Farb-Illustrationen bewundern – werden alle Erscheinungen vollfarbig sein oder sind es beispielsweise nur die Regelwerke oder nur die Regelwerke und nur die Settingbände?
Patric: Das Grundbuch und die Weltbeschreibung werden vollfarbig, ebenso der Schnellstarter. Die Abenteuer werden schwarzweiß. Für alle anderen Produkte heißt es erst einmal "mal schauen".

10. Für etwa ein halbes Jahr nach Erscheinungstermin des Regelwerks ist eine Einsteigerbox angedacht – gibt es da schon genauere Überlegungen zu?
Patric: Die Einsteigerbox soll alles enthalten, was man für Splittermond so braucht, Regeln, Beschreibungen, Würfel – was so dazugehört. Sie soll sich unter anderem auch an Spieler richten, die mit Splittermond überhaupt eintauchen wollen in das Hobby Rollenspiel.
Uli: Dabei soll vor allem das sofortige Losspielen unterstützt werden, es gibt also auch Abenteuermaterial, Archetypen und was ein Neuspieler sonst zum Glücklichwerden braucht.

11. Wie zum Henker kann man das Spiel cool abkürzen? „SM“ ist irgendwie schon anders konnotiert und „Splimo“ klingt wie Knete, die man im Ofen härten kann. Und JA! Man muss es einfach cool abkürzen können – da geht kein Weg daran vorbei.
Chris: Ich bin da zuversichtlich, dass sich eine gute Abkürzung von alleine ergeben wird. Vielleicht setzt sich ja SM nach einer anfänglichen Phase des verlegenen Kicherns durch. Und trotz seiner Abkürzung ist Lamentations of the Flame Princess ja auch ein gutes Spiel geworden.
Uli: Ich glaub ja auch, dass Splittermond jetzt nicht so lang ist, dass man es nicht aussprechen könnte. Abkürzungen werden wohl vor allem in Foren genutzt werden. So wie ich das sehe ich SpliMo da bereits auf dem Vormarsch.

12. Es gibt nicht zufällig die Möglichkeit, mir eine coole Illustration oder gar einen gaaaaanz kleinen Teil der Karte mitzuschicken, die ich auf meinem Blog neben dem Logo posten kann?
Patric: Ja klar doch!

Danke - ich nehme mal das Cover, obwohl es mittlerweile schon seit ein paar Tagen bekannt ist. Ich finde es zwar minimal zu "pathfinderesk", denke aber, dass es sich gerade mit der Farbgebung in den Regalen der örtlichen Rollenspielhändler absetzen wird. Kluger Schachzug.

DAMN! Pat ist unschuldig, ich kann gerade keine Bilder mehr bei Blogspot hochladen - warum auch immer.


Ich bin mal den Umweg über Markus' Blog gegangen, von wo aus ich das Bild direkt stehlen konnte, ich hoffe mal, er hat nichts dagegen. Ihr dürft gerne mal auf seinem Blog UBIHEX vorbeischauen.


P.S.: Psychologen streiten ab, dass die von den Splittermond-Machern selbst gewählten Farben etwas über ihren geistigen Zustand aussagen...

Kommentare:

Markus Gockel hat gesagt…

Aber gerne doch. Und schön, dass Du mal wieder blogst.

TheShadow hat gesagt…

2.) Zu lang für einen Elevator-Pitch, und außer den Namen ist da nix Ungewöhnliches drin.

5.) Sollte ich jemals einen DSA-Redakteur fragen, wie er den Metaplot von DSA sieht: Genau so. Und er hätte sogar (weitgehend) recht. Insofern: Eher Grusel.

6.) Die Zielsetzung, gerade Neulinge und Fantasy-Rückkehrer anzusprechen, ist vernünftig. Ich hoffe, die realisieren das.

7.) Beunruhigende Andeutungen über mangelnden Fokus, sowohl inhaltlich als auch spielerisch. Hat was vom 5-Euro-All-You-Can-Eat bei Mr. Wong.

10.) Sehr gespannt, prima Idee.


TheShadow hat gesagt…

Boah und das wichtigste vergessen. Schön Dich mal wieder zu lesen und interessante Infos allemal. Nur meine Vorfreude, die ist immer noch stark schaumgebremst.

KristianH hat gesagt…

Momentan sehe ich noch nicht inwieweit sich das Splittermond Setting von Aventurien oder Forgotten Realms abheben soll.

Für mich sieht das Ganze nach einer Plain Vanilla Kitchen-Sink Welt mit intergriertem Metaplot aus.

Warum sollte ich als Spielleiter hier investieren?