Samstag, 24. November 2012

[Interview] Sebastian Deutsch (Chefredakteur Savage Worlds)



Vor einigen Tagen erwischte ich Sebastian Deutsch (ich glaube fast es ist kein Künstlername...) bei Facebook. Hier könnt ihr lesen, was er zu sagen hatte...
Das Foto zeigt ihn übrigens nach drei aufeinanderfolgenden Nachtschichten über dem Spielerhandbuch von Hellfrost.

Edit: Korrektur! SD ist nicht Chefredakteur für die gesamte Savage Worlds-Kiste, sondern "nur" für Hellfrost und Sundered Skies.

1. Sebastian - schildere doch mal bitte kurz deinen Weg ins Rollenspiel.
Also ich hab mich dafür interessiert seit ich in den 90ern irgendwann einen Spot von Schmidtspiele für DSA gesehen habe. Ich glaube, es war sogar wirklich für das RPG selbst, kann aber auch für die Brettspiele gewesen sein. Mir mangelte es lange Zeit an den richtigen Spielgefährten, so dass ich lange Zeit mit Computerspielen meine Sucht befriedigen musste. In der 9. oder 10. lernte ich dann über drei Ecken eine Spielgruppe kennen und wurde angeheuert.

2. War zwar sicher einige Jahre nach meiner Computerspielzeit, aber ich muss trotzdem fragen: Welche Computerspiele waren das?
Ich sehe evtl. jünger aus als ich bin. Eye of the Beholder, natürlich die alten DSA Spiele. Baldurs Gate muss natürlich auch erwähnt werden.
Ich merke gerade an meinen Antworten, dass 5 Stunden doch zu wenig Schlaf sind. *g*

3. Kein Problem. Und du BIST doch jünger – bei mir waren es „The Bard’s Tale 1“ und die ersten SSI AD&D Gold Box-Spiele. Du hast also klassisch mit DSA gestartet – wie ging es dann weiter?
Dass ich jünger bin als du weiß ich – Bard's Tale habe ich wirklich erst im neuen Aufguss gespielt.
Da meine erste Gruppe sehr eingefahren war und nur DSA spielen wollte, suchte ich mir eine weitere Gruppe. Ich landete bald in einer ShadowRun Gruppe, die auch meine Freude am Systemspringen teilte. Alles aufzuzählen wäre allerdings fast unmöglich, da durchaus auch freie Projekte aus dem Internet gespielt wurden und ich nie Buch geführt habe. Am meisten haben mich wohl die WoD-Systeme, wegen dem tollen Hintergrund und - oh Wunder - Savage Worlds, weil es meinen Hang das Setting zu wechseln so gut unterstützt, in ihrem Bann gehalten.

4. Das ermöglicht mir den geschmeidigen Übergang zu deiner aktuellen Tätigkeit als Savage Worlds-Redakteur. Wie kamst du zu diesem Posten?
Ich bin seit 2008 Supporter bei Prometheus Games und habe irgendwann auch Aufgaben übernommen, die über das normale Supporten hinaus gingen, beispielsweise indem ich mich darum gekümmert habe, dass die Kommunikation zwischen Internet-Fanbase und Verlag besser funktionierte. So kam eines zum anderen und Ende 2010 fragte mich Christian Loewenthal ob ich Interesse an einem Redakteursposten habe. Ich habe "Ja" gesagt.

5. Das beweist Mut. Welches SW-Setting liegt dir denn persönlich am meisten am Herzen?
Das ist eine schwere Frage. Wie schon gesagt ich wechsele gerne das System und jedes Setting hat seinen eigenen Charme. Müsste ich auf eine einsame Insel ziehen und dürfte nur ein Setting + Spieler mitnehmen, so würde es wohl Sundered Skies sein.

6. So leicht kommst du mir nicht weg. Ich will einen Grund - wo es doch auch Kracher wie Rippers, Space 1889, Hellfrost, Low-Life oder Necessary Evil gibt.
Ich war mir nicht sicher wie lang die Antwort werden sollte…
Das ist leicht umrissen - Zum einen gefällt mir das Grundsetup von SuSk. Hier eine kleine Warnung vor bissigen Spoilern - Eine für die Sterblichen unendliche Welt, die den Göttern gleichzeitig wie ein enger Käfig erscheint. Eine Kampagne, bei der es um nichts weniger als die Rettung der Welt und wohl auch aller anderen Welten geht und gleichzeitig hat man als SL die Fähigkeit, die Welt nach eigenem Belieben zu erweitern, da keiner weiß, was für Inseln es noch da draußen gibt.
Um zumindest etwas Schleichwerbung zu machen - der kommende Abenteuerband wird, denke ich, sehr gut zeigen wie einfach das Erweitern geht.

7. Okay - es ist also ein Abenteuerband für Sundered Skies in der Mache. Was kann man sonst so im nächsten halben Jahr - sagen wir bis zur RPC - erwarten?
Dazu kann ich dir recht wenig sagen, wir feilen momentan noch am VÖ-Plan. Grundlegend arbeite ich momentan noch am Sundered Skies Kompendium, leider ist beim Layout aufgefallen, dass sich ein sehr böser Fehler eingeschlichen hat, der aufwendig korrigiert werden muss.
Der erwähnte Abenteuerband, an dem Günter Lietz, Markus Finstzer und ein gewisser Herr Mehlem mitgearbeitet haben, befindet sich meines Wissens im Lektorat. Wie gesagt - die gesamte Redaktion brütet momentan noch am Veröffentlichungsplan... Zusätzlich wird fleißig an einer Überarbeitung des Spielerhandbuches für Hellfrost gearbeitet und auch der Weltenband ist (bis auf den Titel - da zanken wir noch) fertig übersetzt und wartet nur auf den letzten Schliff.
Zusätzlich versuchen wir momentan ein Team aufzustellen, das sich um die Übersetzung und Produktion von freiem Material, ganz im Stil von Pinnacle und TAG, kümmern soll.

8. Als Hintergrundinfo für die Leser: Kannst du kurz sagen, wer alles zur SW-Redaktion gehört?
Christian Loewenthal, Marcel Hill, Sascha und Sandra Krajewski, Falk Bongertz und ich selbst

9. Liest sich nach einem sehr ambitionierten Programm. Hast du die Grenze von "Spaß am Hobby" und "Stress, da es fast schon eine Arbeit ist" schon überschritten?
Stellenweise - durch Schwierigkeiten im Ablauf haben sich leider einige Projekte, die eigentlich nacheinander abgearbeitet werden sollten, überschnitten. Das ist, denke ich, ein typischer Fall von Unerfahrenheit und schierem Pech. Ich denke aber ein wenig Stress gehört zu jedem Job dazu und auch wenn es ein Job im Hobbysegment ist, so ist es für mich dennoch ein Job.

10. Dann will ich dir deinen Sonntag nicht noch länger mit „Beruflichem“ blockieren – du hast jetzt die einmalige Chance ein paar Worte an das „Volk“ zu richten, die ich fett markieren und rot einfärben werde…
Das ist wohl das Schwerste am ganzen Interview! Mich stören die Zwistigkeiten, die sich manchmal wie ein Graben durch unser schönes Hobby ziehen. Egal ob nun Spieler gegen Spieler, Pen and Paper gegen LARP oder unzufriedener Kunde vs. Verlag. Wir alle gehören zum Hobby Rollenspiel dazu und sollten zusammenspielen oder zumindest die Interessen, Aufgaben und Fehler der anderen verstehen und akzeptieren. Das heißt nicht, dass man alles mögen und hinnehmen muss, doch der Ton macht die Musik und gerade der lässt oft zu wünschen übrig.
So und jetzt danke ich artig für das Interview.

1 Kommentar:

Grosi hat gesagt…

Dank dir nochmal für das Interview :D
und das Foto ist wohl ein guter Beweis dafür was man besser nicht bei Facebook teilt :P