Dienstag, 17. April 2012

DSA-Vorlesetextwettbewerb: Die Bepunkteten

Für die jeweilige Platzierung der Beiträge bei den einzelnen Juroren gab es Punkte - und zwar 5 Punkte für Platz 1, 4 für Platz 2, 3 für Platz 3, 2 für Platz 4 und immer noch 1 Punkt für Platz 5.

Folgende Beiträge konnten punkten, haben es aber nicht auf das Podium geschafft.


2 Punkte hat Boni eingefahren:

Boni
"Die Praiosscheibe steht hoch am Himmel, als ihr den Abstieg beginnt. Unter euch liegt euer Ziel kartengleich vor euch ausgebreitet, das Tal bedeckt von dichtem, grünen Wald. Über dem dichten Laub flimmert die Luft in der sengenden Hitze des Rondramonds.
Mit jedem Schritt, den ihr dem Talkessel entgegen schreitet, wächst euer Gefühl der Bedrückung. Die Bäume ragen bedrohlich vor euch auf, und unter ihrem dichten Dach herrscht ewiges Zwielicht. Doch die Stille ist es, die eure Unruhe ins unermessliche steigert.
Unbewusst wandern eure Hände zu euren Waffen, greifen die Magierstäbe fester, suchen eure Blicke den Waldrand ab. Schließlich führt euer Pfad in das Zwielicht, das ihr mit einem traviagefälligen Stoßgebet auf den Lippen betretet."

3 waren es bei:

Denny von Roux
Als ihr erwacht, fühlt ihr euch als hätten die Auerochsen auf eurem Leib gegen die Wölfe ein Immanturnier ausgetragen. Das euch umgebende, Ehrfurcht gebietende Zwielicht drückt düster auf euer schwaches Gemüt. Ihr versucht euch zu bewegen, doch die starren Fesseln an euren schlaffen Armen und euren schmerzenden Beinen wollen euch diese Genugtuung nicht gewähren. Völlig unvermittelt tritt eine knapp acht Spann große, wirr bepelzte, gebeugte Gestalt auf euch zu und erhebt ihre dürre Fistelstimme: „ Ihrr in Sulak Heim eingetrungen. Jedzt eusch Oval Kurim und Mutter Sau strafen werden. Wierr Sulak mätschtig!“ Bei den Göttern geht es euch durch den Kopf das kann ja heiter werden und ihr hattet noch nicht einmal euer köstliches Frühstück beendet.

und (trotz deutlicher „Unterlänge)

Oliver „Master Li“ Roehrer
Ihr steht nach einem langen zehrenden Marsch endlich vor dem ersehnten Ziel. Die Reise hat Euch allerlei Unbill gebracht, aber nun steht Ihr auf einem kleinen unscheinbaren Hügel. Und im Licht der untergehenden Praiosscheibe seht Ihr vor Euch, nun in Rot getaucht, das, was Ihr so lange gesucht habt. Ihr fühlt neuen Mut in Euch aufsteigen, die Entbehrungen der letzten Tage vergessend, nähert Ihr Euch der Zitadelle. Sie ist von imposanter Bauart. Hoch wie die höchsten Bäume und ehrfurchterregend. Ihr fühlt Euch beinahe schon klein und unbedeutend ob der gewaltigen Macht, die Euch hier entgegen steht. Ihr nähert Euch, nach so langer Reise alle Vorsicht vergessend.

Mit 4 Punkten äußerst dicht am Stockerl finden sich gleich 5 TeilnehmerInnen – man sieht, wie verdammt eng es war!

Klaus Westerhoff
Trotz der unerträglichen Hitze der Kohlebecken rinnt kalter Schweiß von eurer Stirn. Vorsichtig lugt ihr von eurem Versteck zu der Echsenhorde, in deren Mitte der Priester Q’azzt sein Ritual mit dem gestohlenen Karfunkel beginnt. Das Zischen seines Gefolges schwillt erregt an, während ihr weiter versucht, näher an den Geschuppten heranzukommen. Doch stets prescht aus dem Gewimmel ein ekstatisch tanzender Achaz in eure Nähe und lässt euch in eurem Versteck verharren.
Auf dem Gipfel des Ritus rammt sich Q’azzt plötzlich mit einem kehligen Schrei den Karfunkel in die Brust. Sein Gefolge verstummt, als die Macht des Steins in ihn eingeht und sein Körper zu wachsen beginn. Erhaben türmt sich der grässliche Schlangenkörper auf; und mit einem jähen Ruck wendet sich sein kalter Blick euch zu – bei den Zwölfen, ihr seid entdeckt! Verzweifelt springt ihr auf und rüstet euch zum Gefecht.

Gudrun
Mit zitternden Händen öffnet ihr das morsche alte Tor. Ekelerregender Gestank schlägt euch entgegen und nur mit großer Mühe könnt ihr den üblen Brechreiz unterdrücken. Ein böses Knurren aus der undurchdringlichen Schwärze jagt euch einen tiefen Schrecken ein, doch ihr reißt euch zusammen und steigt pochenden Herzens die ausgetretenen Stufen hinab in das modrige Dunkel. Staubige Spinnweben streichen über eure schweißnassen Gesichter. In der finstersten Ecke seht ihr dann das riesige Ungetüm über den bleichen Gebeinen kauern, die gelben Reißzähne drohend gebleckt. Gleich wird es mit einem enormen Satz auf euch zuspringen, um seine geifertriefenden Fänge in eure nackten Hälse zu schlagen. Die blanke Vernunft obsiegt und Ihr zieht euch zurück.

sir_paul
Dunkler Sirup rinnt durch deine Finger. Langsam, fast schläfrig tropft der rote Saft in den körnigen Sand und schafft dort Kunstwerke nie gesehener Qualität. Alles verschwimmt. Plötzlich formen sich grausamen Szenerien und schier unbeschreibliche Angst zerreißt deinen Geist. Alle, die du sinnlos ermordet hast, hilflos im Todeskampf gefangen. Blutige Gedärme drängen sich durch die schrecklichen Wunden, Hände zucken hilflos, eitrige Galle wird ausgehustet, Augen erfüllt von Angst in Angesicht des Todes. Dann riechst du es, unerträglicher Rosenduft, Mutter! Du spürst wieder den unsagbaren Schmerz auf deinem Rücken, hörst nochmals die Peitsche schlangengleich durch die Luft schneiden. Sie schreit: „Nie wieder wirst du mich enttäuschen, nie wieder.“ Bevor die Dunkelheit dich umschließt, flüsterst du: „Tut mir leid... ich glaubte... Vater tot... als ich ihn verließ.“

Graf Hardimund
Fahl ergießt sich der Schein des Madamals über die Stadt, die niemals schläft, und die nun doch für wenige Stunden in Boron gefälliger Stille liegt. Bald schon wird die Praiosscheibe die Nebel aus den Gassen Khunchoms vertreiben. Doch was ist das? Über die nachtschwarzen Dächer huscht ein Schatten, lautlos und geschmeidig wie ein Phexenspanther. "Was ist denn ein Phexenspanther?", fragt ihr. Aber das kann euch der Meister auch nicht sagen. Hektisch fliegen seine Augen über die Seite, wie von Logramoth gehetzt blättert er durchs Abenteuer. "Das steht da nicht. Hat mal wer die Zoobot?", stammelt er. Flehend wendet er sich an die Helden: "[Name des Spielers, der sich am besten auskennt], sag doch mal." Alles vergebens - die Stimmung ist dahin.

Edvard Elch
Völlig durchnässt und zitternd vor Kälte sitzt ihr auf dem Floß und freut euch, dass ihr die mörderisch schäumenden Stromschnellen hinter euch gelassen habt. Held, der knapp dem Tod in den eisigen Fluten entronnen ist, hustet immer noch Wasser. Ihr folgt einer leichten Biegung des Ingvals, als sich der Wald, der die Ufer bisher dicht gesäumt hat, zurückzieht und den Blick auf eine atemberaubende Landschaft freigibt: Eine Meile ragen die strahlend weißen Kalkklippen von Hallerû von dichtem Wald gekrönt in den blauen Himmel. Ihr lasst euch treiben, den Kopf ehrfürchtig in den Nacken gelegt, von der Schönheit des Anblicks gebannt. Fast bemerkt ihr nicht, dass die Strömung wieder stärker wird und euch auf die nächsten Stromschnellen zu treibt.


Mittwoch gegen Abend oder am Donnerstag geht es dann weiter mit dem „großen Finale“!


1 Kommentar:

Markus hat gesagt…

Ich sach nur: Perlen aventurischer Dichtkunst! Allesamt! Rohal hätte geweint, wenn er DAS hätte lesen dürfen.
Mein persönlicher Favorit ist hier der Text von Graf Hardimund! Klasse Idee!