Sonntag, 1. Februar 2009

Gib sofort das MONSTERHANDBUCH her!

Ich habe ja schon lange nicht mehr die namensgebende Seifenkiste erklommen, aber gestern sind wir von der Mosel ins Bergische Land gefahren und als Beifahrer hatte ich mir als - zugegebenermaßen etwas merkwürdige - Lektüre das AD&D Monster Manual unter den Arm geklemmt. Ich muss wohl nicht sagen, dass ich die ursprüngliche Fassung dabei hatte, nicht die wenig später erschienene "Orange Spine"-Version, denn letztere hätte ich nachher in Einzelseiten im Auto suchen können. Ich habe noch nie dermaßen schlecht gebundene Bücher gesehen! Alleine, wenn ich das hier tippe, muss ich den kopf schütteln!

Als absoluter Fan von Vorwörtern hat sich mir mal wieder ein Abschnitt im Hinterkopf festgesetzt. Ich zitiere hier mal Mike Carr, den Editor des Monster Handbuches, sowie Autoren von "In Search of the Unknown":

"...as valuable as this volume is with its wealth of information, some DM's may wisely wish to forbid their players from referring to the MANUAL in the midst of an encounter, since it will be considerably more challenging to confront a monster without an instant rundown of its strengths and weaknesses..."

Ich möchte hier sogar noch weiter gehen. Ich finde, dass Monsterhandbücher ÜBERHAUPT NIE etwas in den Händen von Spielern zu suchen haben. Wie schon in anderen Blog-Einträgen geschildert, sollen meine Abenteuer nicht nur die Charaktere, sondern auch die Spieler herausfordern. Um dies zu tun, sollten die Spieler tatsächlich nur Informationen zur Verfügung haben, die ihre Charaktere aus erster hand haben, die sie also selbst sammeln konnten.

Wir alle wissen, wie schwer es ist, Charakterwissen und Spielerwissen zu trennen, daher plädiere ich dafür, zumindest in diesem Punkt (Werte der Monster), die Informationen nicht frei zugänglich zu machen. Ich weiß, - aus den seltenen Momenten, in denen ich selber spielen darf - dass ich es toll finde, wenn mein Charakter auf ein Monster trifft, das ich selber nicht kenne. Ich gehe viel vorsichtiger an die Sache heran und versuche viel kreativere Lösungen zu finden, es auszuschalten, als wenn ich weiß: "Ah, ein Troll! Ich muss ihn mit Feuer angreifen und anschließend völlig zerstückeln und die Überreste ins Lagerfeuer werfen!"

Also Spieler - her mit den Monsterhandbüchern! Ihr beraubt euch selber eines guten Teiles des Vergnügens, das Rollenspiel ausmacht!


Kommentare:

Serafin hat gesagt…

Als Alternative, da es doch sehr unwahrscheinlich ist, dass du Spieler erwischt, die sich a)nicht mit den Monstern auskennen und/oder b) sich auf ein Buchverbot einlassen, wie wäre es mit Beschreibungen des Monsters statt es beim Namen zu nennen? Ich meine sowas wie "Da vorne kommt ein Troll auf euch zu" ist eh lahm. Aber ein "Ihr seht wie sich ein großes, grob humanoides, grünlich-braunes Wesen auf euch zu bewegt. Es hat recht lange arme, ist so gut wie unbehaart und sieht ziemlich hungrig aus!" klingt schon ganz anders, und die Spieler wissen nicht zwangsläufig was es ist. Ich handhabe das eigentlich immer so. Natürlich werden die Spieler fragen was es ist, und wenn du dann einen dabei hast, der entsprechende Fertigkeiten hat, dann kann er ja drauf würfeln ob er es weiß und evtl auch was das Monster kann...

greifenklaue hat gesagt…

Von Deiner eigenen Situation her verrätst Du ja schon, warum das nicht klappenm kann: viele Spieler sind auch Spielleiter... Ansonsten stimmt das aber durchaus.

Anonym hat gesagt…

Ich finde die Beschreibungen wie Serafin sie nutzt die einzige Lösung. Als Spieler haben die anderen Spieler und ich einem beschriebenen Hobgoblin nicht sofort angegriffen, weil wir nicht wussten was das ist. Wenn wir ihn angegriffen hätten, hätten wir ihn von der Kampfeskraft her locker erledigen können.

In späteren Editionen brauchen Spieler Monster Manuals wenn sie Summon Monster Spell zaubern um die entsprechenden Statistiken nachschauen zu können.

Moritz hat gesagt…

Ich beschreibe auch meine Monster, aber nach 26 Jahren gehen einem irgendwann die Variationen aus, um einen Kobold zu beschreiben.